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Cyber-Lagebild21. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Meldepflicht und Meldestatistik: Was BACS-Zahlen für KMU bedeuten

Kurz zusammengefasst

Die Meldestatistik des Bundesamts für Cybersicherheit weist für Woche 33/2026 1'093 Meldungen aus, angeführt von Phishing, Abofallen und Spam. Eine gesetzliche Meldepflicht gilt für Schweizer KMU nur bei kritischer Infrastruktur, alle übrigen Meldungen bleiben freiwillig. Parallel dokumentiert ransomware.live 95 Schweizer Ransomware-Fälle in zwölf Monaten, vor allem in Manufacturing, Technology und Professional Services.

Das Bundesamt für Cybersicherheit hat für die Woche 33/2026 insgesamt 1'093 Meldungen aus der Schweizer Bevölkerung und Wirtschaft registriert, mit Phishing, Abofallen und Spam als grössten Kategorien. Für Schweizer KMU stellt sich dabei regelmässig die Frage, ob und wann eine Meldung an Behörden überhaupt verpflichtend ist. Parallel zeigt die Plattform ransomware.live für die Schweiz 95 Ransomware-Fälle in den letzten zwölf Monaten, mit einem Schwerpunkt in Industrie, Technologie und Dienstleistung. Die beiden Datenquellen ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Ausschnitte der Bedrohungslage abbilden.

Wie viele Meldungen registrierte das Bundesamt für Cybersicherheit in Woche 33/2026?

Das Bundesamt für Cybersicherheit verzeichnete in der Meldewoche 33/2026 gemäss eigener Statistik 1'093 Meldungen aus der Bevölkerung und aus Unternehmen.

Die drei meistgemeldeten Kategorien dieser Woche waren Phishing im allgemeinen Sinn mit 215 Meldungen, Abofallen mit 119 Meldungen und Spam im allgemeinen Sinn mit 97 Meldungen, wie das Bundesamt für Cybersicherheit für Woche 33/2026 ausweist. Diese drei Kategorien decken zusammen einen grossen Teil aller Meldungen der Woche ab. Für Schweizer KMU zeigt diese Verteilung, dass die Masse der gemeldeten Vorfälle aus dem Massengeschäft stammt und nicht aus gezielten Angriffen auf einzelne Unternehmen.

Phishing im engeren Sinn ging mit 215 Meldungen um 20 Prozent gegenüber der Vorjahreswoche zurück, so das Bundesamt für Cybersicherheit. Ein Rückgang bei einer einzelnen Kategorie erlaubt jedoch keinen direkten Schluss auf die tatsächliche Angriffshäufigkeit, da die Statistik ausschliesslich freiwillige Meldungen erfasst. Wie sich die Bedrohungslage über die Zeit entwickelt, lässt sich anhand der wöchentlichen Einordnung aktueller IT-Sicherheitsthemen nachvollziehen.

1'093
Meldungen in Woche 33/2026Quelle: Bundesamt für Cybersicherheit, Meldestatistik Woche 33/2026

Welche Meldepflichten gelten für Schweizer KMU konkret?

Eine gesetzliche Pflicht zur Meldung von Cyberangriffen trifft in der Schweiz nur Betreiber kritischer Infrastrukturen, alle übrigen Meldungen an das Bundesamt für Cybersicherheit erfolgen freiwillig.

Seit dem 1. April 2025 müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen, etwa aus den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit und Finanzwesen, einen Cyberangriff innerhalb von 24 Stunden nach dessen Entdeckung an das Bundesamt für Cybersicherheit melden. Für ein typisches Schweizer KMU aus Industrie, Handel oder Dienstleistung ausserhalb dieser Sektoren besteht diese Pflicht nicht. Wer dennoch meldet, tut dies über das Meldeformular des Bundesamts, und genau diese freiwilligen Meldungen bilden die wöchentliche Statistik.

Der Unterschied zwischen Pflicht und Freiwilligkeit ist für die Interpretation der Zahlen relevant. Ein Anstieg oder Rückgang in einer Kategorie sagt zunächst etwas über das Meldeverhalten aus, nicht zwingend über die tatsächliche Anzahl an Vorfällen. Einen Überblick, welche weiteren rechtlichen Vorgaben zur IT-Sicherheit in der Schweiz bestehen, liefert eine Übersicht zu den gesetzlichen Grundlagen der IT-Sicherheit.

Für Unternehmen ausserhalb der kritischen Infrastruktur bleibt eine freiwillige Meldung dennoch sinnvoll, weil sie die nationale Lagebeurteilung verbessert und im Betrugsfall die Grundlage für eine Strafanzeige bei der Polizei liefert. Die Entscheidung dazu liegt bei der Geschäftsleitung, nicht bei einer Behörde.

Wie viele Ransomware-Fälle sind in der Schweiz dokumentiert?

Gemäss der Plattform ransomware.live waren per 19. August 2026 in der Schweiz 234 Ransomware-Opfer insgesamt dokumentiert, davon 31 in den letzten 90 Tagen und 95 in den letzten zwölf Monaten.

Diese Zahlen stammen aus öffentlich sichtbaren Leak-Seiten der Tätergruppen und nicht aus behördlichen Meldungen, was sie von der Statistik des Bundesamts für Cybersicherheit unterscheidet. Ein Unternehmen taucht dort erst auf, wenn eine Tätergruppe gestohlene Daten veröffentlicht oder mit einer Veröffentlichung droht. Die tatsächliche Zahl an Ransomware-Vorfällen in der Schweiz dürfte deshalb höher liegen, da Fälle mit stiller Lösegeldzahlung oder ohne Datenveröffentlichung nicht erfasst werden.

Der Vergleich der 90-Tage-Zahl mit dem Zwölf-Monats-Wert zeigt zudem, dass ein grosser Teil der Fälle in den letzten drei Monaten hinzugekommen ist. Von den 95 Fällen der letzten zwölf Monate entfallen 31 auf die letzten 90 Tage, was auf eine anhaltende statt abnehmende Aktivität hindeutet.

95
Ransomware-Opfer in der Schweiz in den letzten zwölf MonatenQuelle: ransomware.live, Stand 19. August 2026

Welche Branchen und Tätergruppen waren in den letzten zwölf Monaten am aktivsten?

In den letzten zwölf Monaten waren gemäss ransomware.live die Branchen Manufacturing mit 21 Fällen, Technology mit 17 Fällen und Professional Services ebenfalls mit 17 Fällen am stärksten von Ransomware betroffen, Healthcare verzeichnete 8 und Retail & E-Commerce 7 Fälle.

Bei den Tätergruppen führte Akira mit 16 dokumentierten Fällen, gefolgt von Qilin mit 10, Dragonforce mit 6, Thegentlemen mit 5 und Payload mit 4 Fällen in den letzten zwölf Monaten, so ransomware.live. Diese fünf Gruppen decken zusammen einen erheblichen Teil der insgesamt 95 in diesem Zeitraum dokumentierten Vorfälle ab. Die Reihenfolge kann sich verändern, wenn einzelne Gruppen zerschlagen werden oder neue Ableger entstehen.

Für ein Fertigungsunternehmen oder einen Dienstleistungsbetrieb bedeutet die Häufung in diesen Branchen nicht automatisch ein höheres persönliches Risiko, sondern spiegelt, wo Angreifer in der Vergangenheit erfolgreich waren. Massgeblich für die eigene Verwundbarkeit bleibt der Zustand der eigenen Datensicherung und Zugriffskontrolle, unabhängig von der Branchenzugehörigkeit.

  • Manufacturing: 21 Fälle in zwölf Monaten
  • Technology: 17 Fälle in zwölf Monaten
  • Professional Services: 17 Fälle in zwölf Monaten
  • Healthcare: 8 Fälle in zwölf Monaten
  • Retail & E-Commerce: 7 Fälle in zwölf Monaten

Was folgt aus Meldestatistik und Ransomware-Zahlen für die IT-Praxis im KMU?

Die Zahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild: Massenphänomene wie Phishing und Abofallen sind rückläufig oder stabil, während Ransomware weiterhin gezielt bestimmte Branchen trifft.

Für Geschäftsführer und IT-Verantwortliche in Schweizer KMU ergibt sich daraus keine Entwarnung, sondern eine Priorisierung der Massnahmen. Awareness-Massnahmen gegen Phishing bleiben sinnvoll, weil diese Kategorie trotz Rückgang mit 215 Meldungen in Woche 33/2026 die grösste bleibt, wie das Bundesamt für Cybersicherheit ausweist. Parallel braucht es eine Vorbereitung auf den Ernstfall Ransomware, unabhängig von der eigenen Branchenzugehörigkeit.

Ein erster, konkret umsetzbarer Schritt ist die Überprüfung, ob die eigene Belegschaft aktuelle Phishing-Muster tatsächlich erkennt. Woran ein wirksames Sicherheitsbewusstsein in der Belegschaft erkennbar ist, lässt sich anhand einfacher interner Testläufe zur Cybersicherheit feststellen.

Der zweite Schritt betrifft die Wiederherstellungsfähigkeit nach einem Vorfall. IT-Verantwortliche prüfen, ob eine aktuelle Datensicherung vorhanden ist und ob eine Rücksicherung innerhalb einer für den Betrieb tragbaren Zeit tatsächlich getestet wurde. Erst wenn dieser Test dokumentiert ist, lässt sich beurteilen, ob das Unternehmen im Ernstfall handlungsfähig bleibt.

Häufige Fragen

Muss ein KMU einen Cyberangriff in der Schweiz melden?

Eine gesetzliche Meldepflicht für Cyberangriffe besteht in der Schweiz nur für Betreiber kritischer Infrastrukturen aus Bereichen wie Energie, Verkehr, Gesundheit oder Finanzwesen. Diese müssen einen Angriff innerhalb von 24 Stunden nach Entdeckung dem Bundesamt für Cybersicherheit melden. Für alle übrigen KMU bleibt eine Meldung freiwillig, ist aber für eine spätere Strafanzeige bei der Polizei hilfreich.

Wie viele Cybersicherheitsmeldungen registriert das Bundesamt für Cybersicherheit pro Woche?

Die Anzahl schwankt von Woche zu Woche und hängt vom Meldeverhalten der Bevölkerung und Wirtschaft ab. In der Meldewoche 33 des Jahres 2026 registrierte das Bundesamt für Cybersicherheit beispielsweise 1'093 Meldungen, wobei Phishing, Abofallen und Spam die grössten Kategorien bildeten. Die Statistik erfasst dabei ausschliesslich freiwillige Meldungen aus der Schweiz.

Welche Branchen sind in der Schweiz am stärksten von Ransomware betroffen?

Gemäss der Plattform ransomware.live waren in den letzten zwölf Monaten in der Schweiz die Branchen Manufacturing, Technology und Professional Services am häufigsten von Ransomware betroffen, gefolgt von Healthcare sowie Retail und E-Commerce. Diese Verteilung spiegelt vergangene Angriffserfolge wider, nicht zwingend das individuelle Risiko eines einzelnen Unternehmens.

Was ist der Unterschied zwischen der BACS-Meldestatistik und Ransomware-Daten von ransomware.live?

Die Meldestatistik des Bundesamts für Cybersicherheit basiert auf freiwilligen Meldungen aus Bevölkerung und Wirtschaft und deckt breite Phänomene wie Phishing oder Spam ab. Ransomware.live erfasst dagegen öffentlich sichtbare Leak-Seiten von Tätergruppen und zeigt damit nur jene Fälle, bei denen Daten veröffentlicht oder eine Veröffentlichung angedroht wurde.

Welche Ransomware-Gruppen waren zuletzt in der Schweiz am aktivsten?

Laut ransomware.live führte in den letzten zwölf Monaten die Gruppe Akira mit 16 dokumentierten Fällen in der Schweiz, gefolgt von Qilin mit 10, Dragonforce mit 6, Thegentlemen mit 5 und Payload mit 4 Fällen. Die Rangfolge kann sich verändern, wenn einzelne Gruppen zerschlagen werden oder neue Ableger entstehen.

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung fachlich geprüft und freigegeben. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei n'cloud.swiss AG.